Diagnostik in meiner Praxis:

Nicht jede Beschwerde erfordert eine umfangreiche Diagnostik. Häufig reichen eine sorgfältige Anamnese und einige gezielte Untersuchungen aus, um die Situation besser einzuordnen.

Welche Untersuchungen sinnvoll sind, richtet sich nach Ihren Beschwerden, bereits vorhandenen Befunden und der jeweiligen Fragestellung. Bereits vorliegende Laborwerte oder Arztberichte können dabei selbstverständlich berücksichtigt werden.


 

Stressmedizin - Stressmanagement

Funktionsprüfung des vegetativen Nervensystems

Unser Herz schlägt nicht wie ein Metronom.
Auch in Ruhe verändern sich die Abstände zwischen den einzelnen Herzschlägen ständig. Diese natürliche Schwankung wird als Herzratenvariabilität (HRV) bezeichnet.

Die HRV wird wesentlich durch unser autonomes Nervensystem beeinflusst. Sie zeigt, wie anpassungsfähig der Körper auf unterschiedliche Situationen reagieren kann – beispielsweise auf Stress und Belastung, aber auch auf Ruhe, Schlaf und Erholung.
Eine Messung kann sichtbar machen, wie gut der Körper zwischen Anspannung und Erholung reguliert und auf unterschiedliche Anforderungen reagiert.


EKG-Kurve mit markierten R-Zacken; die Abstände zwischen zwei Herzschlägen liegen zwischen 712 und 832 Millisekunden

Stressmedizin - Stressmanagement

Warum ist die HRV gesundheitlich interessant?

Eine dauerhaft verminderte HRV wird mit unterschiedlichen Erkrankungen und gesundheitlichen Belastungen in Verbindung gebracht.  Mithilfe HRV-Messungen kann man das biologische Alter abschätzen.

Vereinfacht  ausgedrückt:
Je älter wir werden, desto mehr Abbauprozesse haben eingesetzt, desto niedriger ist HRV.

Besonders in der Herz-Kreislauf-Medizin hat die HRV auch prognostische Bedeutung:
Bei bestimmten Patientengruppen ist eine verminderte HRV mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und Mortalität verbunden.

Gut untersucht sind Zusammenhänge unter anderem bei:
Depressionen und chronischer psychischer Belastung, Stress, Burnout
Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
beispielsweise koronarer Herzkrankheit, Bluthochdruck, Herzinsuffizienz
Diabetes mellitus, insbesondere bei einer Beteiligung des autonomen Nervensystems
Adipositas und metabolischem Syndrom

Auch bei weiteren Erkrankungen, die mit einer Störung der autonomen Regulation einhergehen, werden Veränderungen der HRV beobachtet.

Wichtig: Eine niedrige HRV ist keine eigenständige Erkrankung und stellt für sich allein keine Diagnose dar. Sie ist vielmehr ein Messwert, der Hinweise auf die autonome Regulation geben kann und immer im Zusammenhang mit der individuellen gesundheitlichen Situation betrachtet werden sollte.


Kann man die HRV verbessern?

Ja und Sie bekommen von mir konkrete Hilfestellung falls Ihre HRV auffällig niedrig ist. 
Die Herzratenvariabilität ist keine unveränderliche Größe. Sie wird von vielen Faktoren beeinflusst – unter anderem von 
körperlicher Aktivität, Schlaf und Erholung, Stressbelastung, Atmung, Trainingszustand und Lebensweise.
Regelmäßige Bewegung, ausreichender Schlaf und eine gute Balance zwischen Belastung und Regeneration können sich positiv auf die HRV auswirken. Besonders interessant ist die Atmung, da sich über sie das autonome Nervensystem unmittelbar beeinflussen lässt.

Atemtraining und HRV-Biofeedback
Durch langsames, gezieltes Atmen lässt sich die Herzratenvariabilität während der Übung deutlich beeinflussen. Beim HRV-Biofeedback wird dieser Zusammenhang genutzt, um die Regulation des autonomen Nervensystems gezielt zu trainieren.
Dabei geht es nicht darum, einfach einen möglichst hohen HRV-Wert zu erreichen. Ziel ist vielmehr, die individuelle Regulationsfähigkeit zu fördern und Veränderungen im Verlauf beobachten zu können.
In meiner Praxis kann ich nach der HRV-Untersuchung ein entsprechendes Atem- und Biofeedbacktraining empfehlen und individuell anpassen. Das Training kann anschließend selbstständig mit Qui oder der BioSign-App durchgeführt werden. Die aufgezeichneten Trainingsdaten können später ausgewertet und das Training bei Bedarf angepasst werden.

Weitere Möglichkeiten bei Bedarf:
Bei Bedarf kann ein Nervenstimulator (Nurosym) eingesetzt werden, Therapie mit Nahrungsergänzungsmitteln bei Mangelzuständen, Aktivierung des Tauchreflexes und weitere Möglichkeiten kan ich aufzeigen und schulen. 


Wie läuft eine HRV-Untersuchung ab?

Mit einem EKG-Gerät und spezieller Software werden 2 Untersuchungen durchgeführt.
Ruhe HRV:  5-minütigen HRV-Messung in Ruhe Dabei werden die zeitlichen Abstände zwischen den Herzschlägen aufgezeichnet und anschließend ausgewertet.
RSA:  1-minütige Messung unter tiefer, gleichmäßiger Atmung (RSA =Respiratorische Sinus Arrhytmie) . Dabei lässt sich beobachten, wie deutlich der Herzrhythmus auf die Atmung reagiert. 

Weitere Funktionstests
Je nach Fragestellung kann die Untersuchung durch weitere Tests ergänzt werden. Dazu gehören:

  • Liegen-Stehen-Test – untersucht die Reaktion des autonomen Nervensystems auf den Lagewechsel
  • Valsalva-Manöver – beurteilt die autonome Reaktion auf eine definierte Druckbelastung
  • Handgrip-Test – untersucht die Reaktion auf eine kurzzeitige körperliche Belastung

Diese Untersuchungen orientieren sich an den klassischen autonomen Funktionstests nach Ewing, die insbesondere zur Beurteilung der kardiovaskulären autonomen Regulation entwickelt wurden.
Nicht jeder Patient benötigt alle Tests. Welche Untersuchungen sinnvoll sind, entscheide ich abhängig von der Fragestellung und den Ergebnissen der vorausgehenden Messungen.


24-Stunden-HRV Mesung - was passiert im Alltag und im Schlaf?
Eine Messung in der Praxis ist immer nur eine Momentaufnahme. Mit der 24-Stunden-HRV lässt sich dagegen beobachten, wie der Körper auf einen ganz normalen Tag mit seinen unterschiedlichen Belastungen, Ruhephasen und dem Schlaf reagiert.

Dabei interessieren mich beispielsweise folgende Fragen:
  • Wie stark belastet sich der Körper im Tagesverlauf?
  • Wie verändert sich das Energie- und Regulationsniveau während des Tages?
  • Gibt es ausreichend Phasen, in denen der Körper wieder in die Erholung kommt?
  • Wie gut gelingt die Regeneration während der Nacht?
  • Wie lange wird tatsächlich geschlafen und wie stellt sich der Schlafverlauf dar?
  • Finden sich während der Nacht auffällige Muster, die beispielsweise Anlass geben können, auch an schlafbezogene Atmungsstörungen wie eine obstruktive Schlafapnoe zu denken?
Für die Untersuchung tragen Sie einen kleinen Recorder über 24 Stunden in Ihrem normalen Alltag. Anschließend werte ich die Aufzeichnung aus und bespreche mit Ihnen die für Ihre persönliche Situation interessanten Bereiche.
Besonders spannend ist häufig der Vergleich zwischen dem eigenen Empfinden und den gemessenen Daten: Wird eine vermeintliche Ruhephase tatsächlich zur Erholung? Wie reagiert der Körper auf Arbeit, Sport oder andere Belastungen? Und gelingt es ihm nachts, ausreichend in die Regeneration zu kommen?

Wichtig: Eine 24-Stunden-HRV ersetzt keine schlafmedizinische Untersuchung. Auffällige nächtliche Muster können Hinweise für eine weitere Abklärung geben, eine obstruktive Schlafapnoe lässt sich mit der HRV allein jedoch nicht diagnostizieren.

Körperliche Untersuchung
Je nach Beschwerden können beispielsweise folgende Untersuchungen Bestandteil des Termins sein:
- Blutdruck und Puls
- Abhören von Herz und Lunge
- Betrachten, Abtasten und gegebenenfalls Beklopfen
- bei Bedarf beispielsweise Otoskopie
- Untersuchung von Wirbelsäule, Gelenken und Beweglichkeit
- Beurteilung von Muskelspannung und möglichen Beinlängendifferenzen

 
Weitere Messungen
Je nach Fragestellung können außerdem einfache Untersuchungen sinnvoll sein, zum Beispiel:
- Sauerstoffsättigung
- Blutzucker
- Urinteststreifen
- orientierende Atemfunktionsmessungen, z. B. PEF/FEV1

Nicht jede Untersuchung ist bei jedem Patienten erforderlich. Entscheidend ist, welche Messung für die jeweilige Fragestellung tatsächlich einen zusätzlichen Nutzen bringt.

 

Funktionelle Diagnostik

Manche Fragestellungen lassen sich mit einfachen Untersuchungen nicht ausreichend beantworten. Dann können funktionelle Messungen zusätzliche Hinweise geben – zum Beispiel zur Regulation des autonomen Nervensystems, zur Durchblutung oder zur körperlichen Belastbarkeit.
 

HRV-Analyse - Herzratenvariabilität
Die HRV-Analyse zeigt, wie flexibel das autonome Nervensystem auf Belastung und Erholung reagiert. Neben einer kurzen Ruhe-HRV können ein Atemtest, weitere Funktionstests und bei Bedarf auch eine 24-Stunden-HRV durchgeführt werden.

So lässt sich zum Beispiel betrachten, wie der Körper auf Stress, Aktivität, Erholung und Schlaf reagiert.
→ mehr zur HRV-Analyse

Knöchel-Arm-Index (ABI)
Beim Knöchel-Arm-Index wird der Blutdruck an Armen und Beinen miteinander verglichen. Die Untersuchung kann Hinweise auf eine eingeschränkte arterielle Durchblutung der Beine geben und ist besonders bei entsprechenden Risikofaktoren interessant.
 

Labordiagnostik

Manchmal reichen Anamnese und Untersuchung nicht aus, um eine Fragestellung gut einzuordnen. Dann kann eine gezielte Labordiagnostik sinnvoll sein.

Dabei geht es mir nicht darum, möglichst viele Werte bestimmen zu lassen, sondern gezielt zu prüfen, welche Untersuchung für die jeweilige Situation wirklich weiterhilft.

Je nach Fragestellung können zum Beispiel untersucht werden:
- Darmgesundheit und Stuhldiagnostik
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten
- ausgewählte Untersuchungen bei Verdacht auf SIBO oder Histaminproblematik
- Herz-Kreislauf- und Stoffwechselrisiken
- ApoB, Lipoprotein(a), Homocystein
- Mikronährstoffe
- ausgewählte weitere Laborparameter nach individueller Situation

Vorhandene Laborbefunde können selbstverständlich mit einbezogen werden. Falls zusätzliche Untersuchungen sinnvoll erscheinen, bespreche ich mit Ihnen, welche Werte wirklich relevant sind und was sich daraus ableiten lässt.